Paarlauf im Nebel

Über den Sinn, Unsinn und Spaß von Blindverkostungen.

Nachdem ich bei einer Flaschen-Teilung –auch ein interessantes Thema für einen Beitrag – vor einiger Zeit mit drei zusätzlichen Blindproben versandt hatte, organisiere ich gerade im Forum von whisky.de ein eigenständiges Blindtasting unter dem Titel Nebeltasting. Denn Blindverkostungen können einem wirklich die Augen öffnen und viel Spaß machen.

Nebel deshalb, weil das Thema Whiskies von den Inseln (inklusive Islay) sind und zumindest für mich die Assoziation Großbritannien, Inseln, und nichts sehen recht klar im Nebel endet. Der englische Begriff Mist-Tasting, schien mir im deutschen Forum aber dann doch kein kluger Marketing-Schachzug – also Nebel.

Eine Blindverkostung ist immer irgendwie spannend, aber ganz ohne einen Anhaltspunkt ist es für den Tester oft ein kurzer Spaß, die zwei Optionen: ‚Ich (denke ich) hab’s erkannt’ und ‚keine Ahnung’ sind übersichtlich und, da sehr oft die zweite eintritt auch nicht gerade häufig diskussions- und erkenntnisfördernd. Da ja außerdem niemand wirklich gerne die Katze im Sack kauft habe ich mir folgende Aufstellung ausgedacht:
Viermal zwei Single Malts, wobei jedes Pärchen einen rauchigen und einen nicht oder kaum rauchigen Kandidaten beinhaltet. Diese beiden sollten am besten etwas gemeinsam haben, sie könnten etwa gleich alt sein, oder auch aus der gleichen Brennerei, oder zumindest von der gleichen Insel kommen…

Da ich Insel-Whiskies zu meinen absoluten Favoriten zähle, war die Auswahl an sich kein Problem, die Kandidaten sind hervorragend und in reichlicher Anzahl vorhanden, ich hatte zunächst also ein Jupp-Heynckes-Luxus-Problem. Ich habe die Idee also im Forum angekündigt (in Zukunft werde ich das vielleicht auch hier machen), und es gab etliche Interessenten, die allerdings nicht alle über das Festgeldkonto des FC Bayern verfügen – so wenig wie ich. Wir haben also eine durchschnittliche Preis-Range festgelegt und außerdem festgehalten, dass wir natürlich nicht nur die Standards, die jeder kennt (oder zu kennen glaubt), sondern auch ein paar ausgefallenere Malts in der Aufstellung haben wollten. Am besten solche, die aber auch halbwegs gut verfügbar sind, falls sie den Teilnehmern ausgesprochen gut munden sollten. Das schränkt die Auswahl schon erheblich ein. Zumal ich versprochen habe, dass ein guter Teil auch Original-Abfüllungen sein sollten, um die Chance den ein oder anderen beim Blinde-Kuh spielen zu erwischen nicht noch geringer zu machen.

Erstaunlicherweise stellte mich die Kombination von Rauchigen und Nicht-Rauchigen Paaren vor gewisse Probleme zumal die Zuordnung bei dem ein oder andern ‚leicht rauchigen’ Vertretern in das ein oder andere Lager sehr vom jeweiligen Gegenüber abhängt.
Aber vor allem qualmte der Rechenschieber. Hätte ich mich für 3-5 Teilnehmer einfach aus meinen Vorräten bedient, und nicht so spitz gerechnet, musste ich, angesichts des recht großen Interesses, jetzt extra neu bestellen und bei vielen Sets würde eine Abweichung von ein paar Euro nach oben schnell ins Kontor schlagen. Ein Durchschnittlicher Preis von 55 Euro für die Flasche hört sich da zunächst recht gut an, aber da Single-Malts in der Regel mindestens 30-35 Euro kosten und eine besondere Flasche (Paar?), die ja schon dabei sein sollte ;-) schnell mal die 100 Euro Marke reißt, ist die Planung eine sehr spaßige Herausforderung gewesen.

Noch ist die Teilung nicht begonnen und Teilnehmer können sich noch anmelden, hier oder im Forum, allerdings ist die erste Tranche schon vergeben, und nur wenn genügend Teilnehmer zusammenkommen, dass eine zweite Groß-Flasche ziemlich komplett weggeht, kann ich Anmeldungen noch berücksichtigen.

One thought on “Paarlauf im Nebel

  1. Avatar of gkgk

    Huups, da habe ich glatt vergessen, ob ich mich in dem anderen Forum schon angemeldet habe oder ob das an mir (letzte Zeit sehr viel Stress) einfach an mir vorüber gegangen war.

    Ich wäre jedenfalls gerne mit einem 5cl Set dabei und würde auch auf 10cl erhöhen, wenn es damit besser hin kommt.
    Grüße vom Greenkeeper

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